Corinaldo ist eine Gemeinde mit ca. 4797 Einwohnern in der Provinz Ancona in den Marken. Corinaldo ist Mitglied der Vereinigung "I borghi più belli d'Italia" (die schönsten Orte Italiens).
Es liegt etwas 37 Kilometer nordwestlich von Ancona und grenzt unmittelbar an die Provinz Pesaro und Urbino. Die Stadt entstand im Mittelalter und entwickelte sich in der Renaissance weiter. Die Stadt ist von einer mehr als einem Kilometer langen Befestigungsanlange umgeben. Diese Stadtmauern von Corinaldo sind aus dem 13., 14., 15. Jahrhundert und gehören zu den am Besten erhaltenen Stadtmauern. Die Befestigungsanlage wechselt sich mit Toren, Bastionen, Türmen und einem zinnenbewehrten Sporn ab und wird dem Erbauer Francesco di Giorgio Martini zugeschrieben.
Das historische Zentrum ist durch enge Strassen gekennzeichnet und befindet sich auf der Westseite der Stadt. Bei einem Spaziergang durch die Stadt werden die Strassen allmählich regelmässiger und beiter, wie z.B. die PIAGGIA. Diese ist auch ein echtes Denkmal und reicht bis zum Gipfel des Hügels. Entlang der Piaggia findet man den POZZO DELLA POLENTA. Dieser "Polenta Brunnen" ist das berühmte Wahrzeichen der Stadt. Dabei handelt es sich um einen tiefen Brunnen, der sich inmitten der berühmten. 109 Stufen zählenden Treppe ("La Piaggia") befindet.
Um diesen Brunnen rankt sich eine Legende, der er seinen Namen verdankt. Der Sage nach trug ein Bauer einst einen schweren Sack Maismehl die lange Treppe hinauf. Oben angekommen stellte er den Sack auf den Brunnenrand ab, um kurz durchzuatmen. Der Sack fiel jedoch in den Brunnen und der Bauer stürzte beim Versuch ihn zu retten, ebenfalls hinein. Daraufhin spotteten die Dorfbewohner und machten sich darüber lustig, dass er wohl "Polenta im Brunnen" kochen wollte.
Der Brunnen wurde im 15. Jahrhundert vom damaligen Herrscher Antonello Accattagriga erbaut und er sollte die umliegenden Häuser mit Wasser versorgen. Im Zuge von Umbauten wurde er anfangs des 20. Jahrhunderts zugeschüttet. 1980 wurde er - Gott sei Dank - wieder originalgetreu aufgebaut.
Das traditionelle Fest, welches zumeist im Juli abgehalten wird, findet rund um diesen Brunnen statt. Es heisst "CONTESA DEL POZZO DELLA POLENTA". Dies ist die älteste historische Nachstellung in der Provinz Ancona, bei der die Bewohner in aufwendigen Renaissanche-Kostümen die Geschichte nachspielen, Strassenfeste feiern und historische Wettkämpfe austragen.
Das Augustinerkloster, welches die Kunstsammlung "Claudio Ridolfi", Werke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, sowie eine Gruppe zeitgenössischer Gemälde von Nari de Nobili, beherbergt, ist sehenswert.
Corinaldo ist auch der Geburtsort von Santa Maria Goretti (eine Heilige) und die Diözesanwallfahrtskirche ist ihr gewidmet. Maria Goretti (1890 - 1902) war das älteste Mädchen einer italienischen Bauernfamilie. Nach einer versuchten Vergewaltigung durch Alessandro Seenelli starb sie 1902 an den Folgen der Gewaltanwendung. 1947 wurde sie von der röm.kath. Kirche als Märtyrerin selig und 1950 heilig gesprochen. Man kann auch das Geburtshaus besichtigen.
Die Umgebung von Corinaldo ist geprägt von Weinbergen und Olivenhainen, aus denen typische Produkte gewonnen werden. Der "Verdichio dei Castelli di Jesi" und das "Olio d'oliva extra vergine" sind solche Produkte.