An die Redaktion von blue News
Ihr Artikel „Für Ferien in Italien brauchst du jetzt ……….“
Erstens einmal möchte ich festhalten, dass die Teuerung weltweit ein Thema ist und diese auch der Weltsituation (Energiekosten, Irankrieg angezettelt von Israel und USA, usw.) zu verdanken ist. Von „Billigerung“ liest oder hört man nie etwas.
Aber warum wird gerade auf Italien so herumgehackt. Ist das nicht sehr auffällig, dass jedes Jahr vor der Ferienzeit Italien schlecht gemacht wird!
Italien ist sehr beliebt, das es eine schöne gesellige Atmosphäre bietet, die Gastfreundlichkeit und Kulinarik in hohen Massen vorhanden ist, man hat Sonne und Meer oder Seen, Musik und Wein und eine Lebensfreude, von denen die Schweizer nur träumen können.
Die angeblich so hohen Preise und Kosten sind in den Touristen Hotspots. Verständlich – und dies ist nicht nur in Italien so, siehe Côte d’Azur, Cap d’Antibes, Biarritz, St. Tropez, siehe Marbella & Puerto Banùs, Marina Botafoch, Sotogrande, oder die Orte an der Algarve – Das „Goldene Dreieck“ & Albufeira, Lido Ascona, Plage des Eaux-Vives usw.
Es muss ja nicht immer die Toscana sein, Cinque Terre, Capri, Cala Rossa usw. . Es versteht sich von selbst, wenn ich in Zürich auf die Bahnhofstrasse gehe und dabei in der Hummerbar einkehre oder ins St. Gotthard, zahle ich auch dementsprechend. So verhält es sich auch anderswo und nicht nur in Italien – gehe ich nach Venedig und konsumiere auf der Piazza San Marco sind die Preise höher, gehe ich nach Rom auf die Piazza Navona oder Piazza di Trevi (Trevi Brunnen) dann zahle ich mehr, besuche ich in Mailand di via Monte Napoleone oder Via Sant’Andrea – dann bezahle ich dementsprechende Preise.
Ich bin Schweizerin und lebe in Italien. Ich habe das echte Italien kennengelernt und lerne es immer noch kennen. Das Italien, von dem Alle schwärmen, mit der weltweit bekannten «Italianatà», mit hervorragenden und günstigen Ristoranti, Caffès, Pizzerie, usw. – dort wo die echte Lebensfreude und Kulinarik herrscht, wo der Zugang zum Strand frei ist, die Betten und Schirme günstig sind. Nicht umsonst ist Italien so beliebt und «il paese più bello e amato del mondo».
Nun zu diesen beiden amerikanischen Touristen und der angeblichen «Touristenfalle». Hat eigentlich jemand überprüft was die beiden amerikanischen Touristen (gehe davon aus, dass sie der italienischen Sprache nicht sehr mächtig sind) bestellt haben? Hat jemand wirklich die Abrechnung gesehen und wenn ich etwas erhalte, dass ich nicht bestellt habe – was macht man dann? Man retourniert es oder man akzeptiert es.
Noch zu der «Touristenfalle", von der die Frau in einer Facebook-Gruppe sprach. Per Definition bedingt eine Falle eine Handlung mit Vorsatz. Hatte diese Touristin einen Beweis, dass dies ein Vorsatz war? Wurde die Portion Gelati nicht aufgrund unzureichender Sprachkenntnisse serviert und sicher nicht aufgrund eines betrügerischen Vorsatzes, was eine «Touristenfalle» andeutet. Dieser Ausdruck und diese Beschuldigung sind nach meiner Ansicht rassistisch und gegen Italiener gerichtet. Man kann ja vieles behaupten und wie sagt man so schön «Papier ist geduldig».
Und! Gerade die Schweiz muss sich nicht darüber echauffieren, dort wo schon ein normaler Cappuccino 6.50 Franken (in Zürich) aufwärts kostet. Oder noch besser – zu sehen auf der Getränkekarte der Konditorei Bachmann, Postplatz, Arlesheim (Basel-Land) für 3dl Wasser aus der Leitung (ugs. «Hahneburger») werden 3.80 Franken berechnet.
Wer schreibt über diese Umstände einmal einen riesigen Berich mit dicken Lettern als Überschrift?
Diese Touristen wollen ja nicht das wirkliche Italien kennenlernen, sie suchen sich ganz bewusst die «Hotspots» aus. Es steht jedem frei, die Orten zu besuchen, die man wünscht – doch ist es auch legitim, dass bei bereits überfüllten Touristenorten Massnahmen ergriffen werden müssen – sei es durch Beschränkung beim Einlass oder durch Gebühren.
Kultur und Kunst muss auch unterhalten werden und bin ich wirklich daran interessiert, dann reuen mich 2 Euro oder 5 Euro nicht um den Trevi-Brunnen zu besichtigen oder den Eintritt in ein Museum zu bezahlen. Auch in der Schweiz sind Museumsbesuche nur für die sogenannten «Flüchtlinge und Asylanten» gratis, jede rechtschaffene Person und jeder Tourist bezahlt für den Eintritt.
Leider ist auch das Niveau dieser «Gratis-Touristen» dementsprechend oder zeigt dies von grossem Verständnis für Kultur und Kunst wenn man in jahrtausendalte Kulturgüter seine Initialen einritzt oder diese beschmiert, zeigt dies von einem genialen Geist wenn man als französischer Tourist auf den Mailänder Dom klettert. In meinen Augen Abschaum, leider ist dies jedoch die Wirklichkeit und zeigt von dem Niveau des Massentourismus.
Es muss einfach auf Italien herumgehackt werden, niemand stösst sich daran tausende von Franken auszugeben und um die halbe Welt zu reisen! Nicht einmal die Klimaaktivisten reklamieren da wenn es um ferne Feriendestinationen geht – da spielen plötzlich weder die Kosten noch das Klima eine Rolle, wie auch jetzt an der Fussball-WM.
Vor einiger Zeit gab es auch einen Artikel einer Anwohnerin aus Aarau, die sich erlaubte wegen eines neu eröffneten einfachen und gemütlichen Lokals am Graben in Aarau (dieses Lokal hatte nur eine Toilette) zu reklamieren: «Das sind ja Zustände wie in Italien»! Was meint sie damit? Ist hier in Italien alles verdreckt, gibt es keine Sanitärräume, Duschen – ist das nicht Rassismus.
Die Schweiz hat mit Italien und den Italiener schon immer ein Problem gehabt und äusserst schlecht behandelt – ist das kein Rassismus? Man holte die Italiener zum Arbeiten und sie waren fleissig und brachten der Schweiz Lebensfreude, Mode, Kulinarik – schaut doch einmal wieviel italienische Lokale, Trattorie, Pizzerie es gibt (wird vielleicht nur überboten von den Döner-Buden).
Auch bei dem fürchterlichen Vorfall in Crans Montana wurden die italienischen Opfer und Angehörigen schlecht behandelt, Obduktionen wurden verweigert und einiges mehr.
Ich bin froh habe ich Italien zu meinem Wohnort gewählt, den hier zählt noch der Mensch und nicht nur das Geld.
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