Osimo ist reich an Kunst und Geschichte. Nun wollen wir einmal ein wenig von dem geschichtlichen Hintergrund erzählen.
Osimo ist eine Stadt römischen Ursprungs (u.a. liess Julius Caesar die Stadtbefestigung erweitern und verstärken), die Bewohner werden Osimani genannt und der Schutzpatron ist Josef von Copertino (San Giuseppe da Copertino). Er war ein italienischer Franziskaner-Minorit, welcher in Copertno bei Lecce geboren wurde und in Osimo lebte, wo er 1663 auch verstarb.
Bereits in der Steinzeit war das Gebiet um Osimo kontinuierlich besiedelt. Zu römischen Zeiten erhielt die Stadt den lateinischen Namen AUXIMUM.
174 v. Chr. wird Auximum erstmals in literarischen Quellen erwähnt. Es war Velleius Paterculus, ein römischer Historiker, der in seinen Werk „Historia Romana“, welches aus 2 Büchern besteht, die Stadt zum erstenmal erwähnte.
Auf Grund der Lage hatte Osimo immer eine grosse Bedeutung und 49 v. Chr. als der Bürgerkrieg zwischen Pompeius und Caesar ausbrach war es eine wichtige Festung. Es war die Festung von Picenum der Pompeianer – aber die Einwohner der Stadt hatten Sympathie zu Caesar und öffneten ihm die Tore.
In der Kaiserzeit blieb Auximum eine wichtige Stadt und im 4. Jahrhundert wurde es sogar zum Bischofssitz.
Von einem byzantinischen Geschichtsschreiber wird es im 6. Jahrhundert als Hauptstadt von Picenum bezeichnet und der Hafen des damaligen Osimo war Ancona.
Auch im Mittelalter spielte Osimo eine wichtige, aber immer wieder wechselnde Rolle. Es war, am Hügel gelegen, schwer einzunehmen. So war es vorübergehend von Ostgoten besetzt, dann gehörte es wieder dem italienischen Langobarden-Reich an, dann wurde es Teil des Exarchat von Ravenna (ein oströmischer/byzantinischer Verwaltungsbezirk in Italien). Durch diese Zugehörigkeit war es wieder Teil des Byzantinischen Reichs. Anschliessend fiel es wieder unter langobardische Kontrolle und 774 schenkte Karl d. Grosse, nachdem er das Langobardenreich erobert hatte, Osimo der katholischen Kirche.
Da Osimo sich im Verlauf des Mittelalters auf die Seite des Heiligen Römischen Reiches stellte, konnte es so seine Autonomie gegenüber den Päpsten behaupten..
1368 erhielt es das Stadtrecht und war bis 1417 unter der Herrschaft der italienischen Adelsfamilie „Malatesta“, die auch Rimini, Pesaro und Cesena beherrschten.
Der Condottiere Francesco Sforza bemächtigte sich 1433 der Stadt. Er war auch der Gründer der Dynastie der Sforza in Mailand. Aber nach 10 Jahren hatte die Bevölkerung von ihm genug: er wurde aus Osimo vertrieben.
1477 befehligte Boccolino Guzzoni, ein italienischer Führer, die sogenannte «Schweineschlacht» (Battaglia del Porco) gegen Ancona und übernahm 1486, nach dem Massaker im Rathaus am 2. April, Osimo. Dieses Massaker hatten seine Gegenspieler initiert. Er befestigte die Stadt und vertrieb seine Gegner. Im Juni 1494 wurde er als angeblicher Verräter gegen das Herzogtum Mailand in Mailand hingerichtet.
Neuzeitlich gehört Osimo zur Provinz der Marken und blieb bis 1860 unter direkter kirchlicher Herrschaft. Das Bistum Osimo bestand bereits seit dem 4. Jahrhundert und wurde 1986 mit dem römisch-katholischen Erzbistum Ancona vereinigt. Es trägt nun die Bezeichnung Erzbistum Ancona-Osimo; der Dom San Leopardo in Osimo welcher dem Bischof Leopardus gewidmet ist, ist die Konkathedrale dieses Erzbistums.
Bekannt wurde Osimo auch durch den Vertrag von Osimo, der am 10. November 1975 hier unterzeichnet wurde. Mit diesem Vertrag wurde die Grenze zwischen Italien und Jugoslawien (das ehemalige italienische Istrien) endgültig geregelt.
Erklärung zu den Bildern:
Bild 1: Blick Richtung Meer - Bild 2: Osimo von der Via Michelangelo Richtung Meer - Bild 3: Blick Richtung Landesinnere -
Bild 4: Die Altstadt
Bild 5: Atrium des Rathauses - Bild 6: Der Schutzpatron - Bild 7: Stadtpark - Bild 8: Stadtpark
Bild 9: Stadtpark - Bild 10: Osimo Panoramabild - Bild 11: Der Condottiere Francesco Sforza - Bild 12: Region Marken