Italienischer Lebensstil - Tips für Ihren Urlaub

Veröffentlicht am 23. Juli 2026 um 18:20

Ratschläge und Tips für einen schönen und angenehmen Aufenthalt in Bella Italia

 

"Der Urlauber kommt vom Strand, riecht nach Sonnencreme und marschiert in Flipflops durch ins Restaurant zum Abendessen - der Italiener kommt frühenstens 60 Minuten später, frisch geduscht, umgezogen, das Hemd gebügelt und die Slipper poliert, posiert jetzt beim Aperitivo, als ginge es zum Vorstellungsgespräch bei Armani". Der Italiener schaut immer auf die modische Esthetik (Schuhe, Hemd, Gürtel, usw.) und dies vor allem abends oder sonntags.

Zwischen diesen beiden Abendessen liegen Welten - nachstehend die Ratschläge damit man nicht ins "Fettnäpfchen" tritt.

 

1. Nicht einfach hinsetzen

Auch wenn der freie Tisch mit Meerblick noch so verlockend ist und förmlich wie bestellt ist - ignorieren. In Itallien wird man platziert wie eine Schachfigur, nicht wie ein Selbstbedienungskunde. Man kann sich schon eigenmächtig niederlassen und riskiert ein Lächeln das gleichzeitig "Willkommen" und "Sie haben soeben einen Fehler gemacht" bedeutet.

2. FLIPFLOP, Birkenstock, Wollsocken etc. -  ja oder nein

La bella figura ist kein Klischee, sondern ein Pflichtprogramm - auch für die Pizzeria um die Ecke. Wer im Bikini mit Sonnenbrand am Kopf auftaucht, wird nicht rausgeworfen. Schlimmer: Er wird ignoriert. Während die meisten Urlauber noch Sand zwischen den Zehen als Teil des Urlaubsflairs betrachten, schmeisst sich der Italiener in Abendrobe. Also keine Frage - Flipflops ein No Go.

3. Eiswürfel im Wein sind eine Kriegserklärung

40° oder mehr - wer seinen Weisswein mit einem Berg Eiswürfel bestellt, um ihn "richtig kalt" zu bekommen, hat derade den Kellner tödlich beleidigt. Der Wein ist bereits temperiert, grazie. Wenn er nicht kalt genug ist, war er schlicht zu lange auf dem Tisch - und das ist die Schuld des Gastes und nicht die der Küche.

4. KULINARISCHE SAKRILEGE! Käse auf Fisch - der Affront und die Benutzung des Messers um Spaghetti zu schneiden

Fragt man nach Parmesan zu den Meeresfrüchten, wird man Zeuge einer stillen, aber sehr italienischen Form des Entsetzens. Das ist keine Marotte, das ist Gesetz: Käse und Fisch verheiraten sich in dieser Küche nicht. Basta! 

Und bei Spaghetti bleibt das Messer unangetastet - es ist eine Todsünde Spaghetti mit dem Messer zu tracktieren, sprich zu zerschneiden. 

5. Die Speisekarte ist keine Diskussionsgrundlage

"Ohne Knoblauch, Sauce separat, andere Nudelsorte" - mit solchen Sätzen verwandelt man einen entspannten Koch in einen leise fluchenden. Das Gericht ist fertig gedacht, bevor man überhaupt am Tisch sitzt. Wer Änderungswünsche hat, bestellt schlicht ein anderes Gericht - damit erspart man sich die Diskussionen.

6. Vier Gänge, eine Reihenfolge, keine Ausnahme

Antipasto, Primo, Secondo, Dolce, Amaro (Digestivo)

Wer Nudeln und Steak gleichzeitig ordert oder den Salat als Hauptgericht deklariert, bringt nich nur den Kellner, sondern das gesamte Gefüge der italienischen Küche durcheinander. Sie müssen nicht alle Gänge essen. Aber die Dramaturgie ist heilig!

7. COPERTO - dies ist kein Trick, sondern Tradition

Ein paar Euro extra fürs Tischgedeck, unabhängig davon, was man bestellt - das ist keine Touristenabzocke, sondern seit Jahrzehnten gängige Praxis. Wer sich lautstark darüber beschwert, fällt unangenehm auf.

8. Eine Pizza, ein Teller - keine Diskussion

Die Idee, sich zu viert eine Margherita zu teilen und dazu einen Salat "für alle" zu bestellen, mag z.B. am Nordseestrand funktionieren.  In Italien sorgt dies für ratlose Blicke vom Nebentisch. Jeder bestellt sein eigenes Gericht, fertig. Wer teilen will, tut dies leise und diskret - und erwähnt es besser nicht dem Kellner gegenüber.

9. Das Handy hat Sendepause

Ein Foto vom Teller: erlaubt und ja, sogar erwünscht.

Ein lautstarkes Videotelefonat quer durchs Lokal, während der Nachbartisch mithören muss, wie es der Schwiegermutter geht, wichtige Geschäftsangelegenheiten, etc. : ein Kapitalverbrechen gegen die italienische Tischkultur.

10. Die Uhr existiert nicht!

Zwischen den Gängen vergeht bewusst Zeit, für Wein, Gespräche, das grosse Nichtstun. Wer fünf Minuten nach den letzten Bissen bereits mit der Kreditkarte wedelt, entlarvt sich als Tourist/Ausländer und wirkt, als müsse er noch einen Flug erwischen. Die Rechnung kommt ohnehin erst, wenn man explizit danach frägt - sonst darf man theoretisch bis Mitternacht sitzen bleiben, ganz ohne dass es irgendjemanden stört.

 

Quelle: Merkur plus Ergänzungen von G&V